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ie Bildung von Namen durch Zusammensetzen aus zwei Bestandteilen bzw. Wörtern ist eine bei den Germanen häufige und beliebte Art der Namensbildung. Sie ist sehr alt und geht in ihren Wurzeln wohl bis ins 3. Jahrtausend vor Christus d.h. bis in indoeuropäische Zeiten zurück.

Nach diesem Schema gebildete Namen werden zweigliedrige Namen oder auch dithematische Namen genannt. Man kann sie im Fenster Themengebiet als Namen des Themengebiets "Zweigliedriger Name" auflisten.

Im folgenden wird begründet, warum in Kunigunde solche Namen überwiegend ohne Bedeutung bzw. Übersetzung angegeben sind, sondern nur die Bedeutung der beiden zugrundeliegenden Einzelwörter geliefert wird.

In der frühen Zeit wählte man die Wörter für das Zusammensetzung nach ganz bestimmten Regeln und wählte sie so, dass die Zusammensetzung einen Sinn ergab. Beispiele für solche Namen sind etwa Wolfgang (zusammengesetzt aus "wolf" und "ganc", mit der Bedeutung "der Wolfsgänger" d.h. jemand, der Wölfe jagt) oder Konrad (zusammengesetzt aus "kuoni" und "rat", mit der Bedeutung "kühner Ratgeber").

In späterer Zeit allerdings wurde viel freier kombiniert und nicht mehr auf den Sinn der Wörter geachtet, den man z.T. auch gar nicht mehr kannte, da es sich um alte, in der Umgangssprache verlorengegangene Wörter handelte. Dabei kann man natürlich auch keinen Sinn, keine Bedeutung des ganzen Namens mehr ableiten aus den Bedeutungen der verwendeten Wörter.

Es gibt Namensverzeichnisse, z.B. in einigen älteren Vornamen- Büchern, die auf diese Umstände keine Rücksicht nehmen und selbst bei Namen, die ziemlich offensichtlich "sinnlos" sind, noch versuchen, irgendeinen Sinn in der Kombination der Namensbestandteile zu sehen. Das ergibt dann z.B. bei Volker (aus "Volk" und "Heer") einen behaupteten Sinn von Kämpfer für das Volk.

Es ist allerdings sehr schwierig, die Grenze zu ziehen. Fällt nun ein bestimmter Name in die Zeit, wo man beim Zusammensetzen noch auf den Sinn der Wörter achtete, oder in die spätere Zeit, wo man einfach zusammenfügte, was gut klang oder sonstwie gefiel? Bedeutet nun "Adelheid" tatsächlich "Frau von edlem Wesen" oder haben die Leute bei diesem Namen nur zufällig die Wörter für "Adel" und "Weise" zusammengesetzt, ohne dass sie damit wirklich eine Aussage machen wollten?

Wegen diesen Umständen und Schwierigkeiten gibt Kunigunde wie viele andere moderne Namensverzeichnisse bei den meisten zweigliedrigen althochdeutschen Namen keine "Bedeutung" und keine "Übersetzung" an, sondern beschränkt sich darauf, die Bedeutung der zugrundeliegenden Wörter anzugeben.